Reisen

Brüssel – Gent – Brügge

Brüssel – Gent – Brügge

Dieser Blogeintrag wird ein bisschen persönlicher. Und ich möchte auch die Struktur ändern. Ihr seht hier Bilder aus einem Kurzurlaub in Belgien. Ursprünglich war geplant, 4 Tage in Brüssel zu verbringen, Freunde zu treffen und die Stadt kennen zu lernen. Meine Freundin Julia und ich fuhren am Montag, dem 21.04.2016 los, aßen in Brüssel zu Abend und wollten am nächsten Tag ausgeschlafen in den Tag starten. Doch das sollte etwas anders kommen. Am Tag danach, dem 22.03.2016 fanden in Brüssel zwei koordinierte Terroranschläge statt; einer davon tötete in der U-Bahn Station Maelbeek mindestens 20 Menschen, der andere am Brüsseler Flughafen kostete 11 weiteren Personen das Leben. Von unzähligen verletzten ganz zu schweigen. Diese Nachricht bekam ich zunächst gar nicht mit und war verwundert über Anrufe, SMS und E-Mails aus der Heimat, die ich zuerst nicht zuordnen konnte. Nach einem kurzen Blick in die Nachrichten war aber sofort klar, was in der Stadt los war.

Die Stimmung in der WG, in der wir unterkommen konnten war… sehr bedrückt. Viele Freunde der Bewohner arbeiten in der Innenstadt oder waren unterwegs zum Flughafen. Der Anschlag hat mitten ins Herz der Stadt getroffen und alles lahm gelegt. Die Behörden empfahlen, Arbeitsplatz oder Zuhause nicht zu verlassen und die Straßen zu meiden. Ich selbst habe mich gefühlt wie in einer Glocke, aus der man besser nicht versucht auszubrechen. Dieser Zustand hielt bis ca 16.00 Uhr an. Bis die „Ausgangssperre“ wieder aufgehoben wurde. Für mich stand fest, dass ich sofort nach draußen möchte. Nicht wegen der drückenden Stimmung oder weil man es wieder durfte, sondern weil ich das Gefühl hatte, es ist das richtige. Wir waren zwar nicht lange unterwegs, aber für mich war es ungemein wichtig, die Stimmung und Atmosphäre in der Stadt aufzunehmen und die Freiheit zu genießen. Die Freiheit ohne Angst nach draußen zu gehen. Klar, es war schon etwas seltsam. Aber andere Menschen zu sehen, die das gleiche taten half mir innerlich durchzuatmen und zu sehen, dass die Entscheidung die richtige war.

Sobald man sich durch Angst und Terror einschränken lässt und sich selbst die Freiheit nimmt, nach draußen zu gehen und am Leben teil zu nehmen erreichen solche Anschläge ihr Ziel. Wir als Bürger können nur weiter unsere Freiheit leben.

Für die Angehörigen und Freunde der Opfer hört sich das hoffentlich nicht seltsam an. Aber ich für mich konnte durch diesen Spaziergang erfahren, wie wichtig und schön und privilegiert wir sind, unsere Freiheit so selbstverständlich genießen zu können.
Ihr seht deshalb jetzt einige Bilder vom Abend des 22.03. und vielleicht bekommt ihr einen kleinen Eindruck von der Atmosphäre an diesem Abend.

Da diese kurze Reise als Urlaub gedacht war, entschlossen wir uns am Abend noch etwas weiter zu fahren. Nicht um den Geschehnissen zu entkommen, sondern um etwas mit der Zeit anfangen zu können. Wir fuhren weiter nach Gent und Brügge, wo wir übernachteten. Am nächsten Tag (Donnerstag) fuhren wir kurz ans Meer um schließlich wieder nach Brüssel zurück zu kehren, um dort zumindest noch einen Tag verbringen zu können. Das seht ihr jetzt alles hier.

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